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18.10.2018

Wir sind Klimaneutral!

 

Klimaneutraler Wein aus dem Remstal

Pressemitteilung von: Deutsches Institut für Nachhaltige Entwicklung
Deutsches Institut für Nachhaltige Entwicklung:
Gelebte Nachhaltigkeit, Weingut Bernhard Ellwanger leistet seinen Beitrag zum Klimaschutz

Das Remstal, bekannt durch seine hervorragenden Weine, bietet hohe Qualität und ein breites Sortenspektrum. Nahezu die Hälfte der württembergischen Topweingüter finden sich im Remstal. Eines davon ist das Weingut Bernhard Ellwanger in Weinstadt-Großheppach, das mehrfach ausgezeichnet wurde. Hier steht nicht nur die Qualität im Vordergrund, sondern auch die Verantwortung. Verantwortung für die Umwelt, die Verbraucher, die Familie und für die Zukunft. Seit 2013 wirtschaftet das Weingut Ellwanger nachhaltig, kontrolliert nachhaltig. Der Verbraucher erkennt diese zukunftsorientierte Wirtschaftsweise an dem Nachhaltigkeitslabel FairChoice® auf jeder Flasche.

Eine wesentliche Aufgabe für die Teilnahme am Nachhaltigkeitsprojekt FairChoice® ist die Erstellung eines CO2-Fußabdruckes. Dabei werden in allen Produktionsschritten die Emission von Treibhausgasen erfasst mit dem Ziel Einsparungspotentiale zu finden und umzusetzen. Ellwangers haben seit 2013 ihre Treibhausgas Emissionen stetig verringert. Das bestätigt Professor Gemmrich vom DINE, dem Deutschen Institut für nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Heilbronn, das das Weingut Ellwanger seit Beginn an begleitet hat. Nach Untersuchungen des DINE werden in Deutschland im Durchschnitt bis zu 1,4 kg CO2e pro Liter Wein freigesetzt. International liegt die Bandbreite zwischen 1,5 und 6 kg CO2e pro Liter Wein. Das Weingut Ellwanger hat mit Werten unter 1 kg CO2e pro Liter Wein gezeigt, dass ihre Klimaschutzstrategie erfolgreich ist. Einsparungen wurden unter anderem durch den Bezug von regionalem Ökostrom von den Remstalwerken und durch die eigene Solaranlage erzielt. Positiv auf die Emissionsbilanz wirkt sich der Verzicht auf synthetische Düngemittel aus. Die Versorgung der Reben wird mit Düngemittel wie Trester, Grünschnitt sowie durch Leguminosen gewährleistet. Besonders ins Gewicht fallen die Glasflaschen, die nahezu die Hälfte der Treibhausgas-Emissionen belegen. Mehrwegflaschen könnten die Bilanz noch verbessern. Eine Umstellung hängt von der Akzeptanz der Verbraucher ab. Ein nachhaltiger Konsum ist aber nur möglich, wenn der Verbraucher auch die Klimaverträglichkeit von Produkten einschätzen und bewerten kann.

So hat sich das Weingut Ellwanger entschieden klimaneutralen Wein anzubieten. Sven Ellwanger: „Große Schritte im Klimaschutz können wir nur gehen, wenn jeder für sich die kleinen Schritte geht, die für ihn umsetzbar sind. Wir wollen mit unserer Arbeit im Weinberg unseren Beitrag dazu leisten.“

Aber wie wird nun ein Wein klimaneutral? Wenn trotz aller Maßnahmen die CO2-Bilanz noch positiv ist, kann das nicht zu vermeidende CO2 kompensiert werden. Kompensation bedeutet, dass irgendwo auf der Erde diejenige Menge an CO2 nicht freigesetzt oder gebunden wird, die im Unternehmen als Überhang entsteht. Eine erfolgreiche Methode ist die Aufforstung. Durch die Photosynthese verarbeiten Pflanzen das CO2 zu Biomasse. So entziehen Wälder der Atmosphäre etwa zehn Tonnen des Gases pro Hektar und Jahr. Erst wenn die Nettosumme aller Emissionen Null ist, darf von „klimaneutralem Wein“ gesprochen werden.

 

Das Familienweingut Bernhard Ellwanger aus Weinstadt-Großheppach, bekannt durch seine hochwertigen Weine, leistet seinen Beitrag zum Klimaschutz: ab 2018 sind alle Weine auch klimaneutral. Die nicht vermeidbaren Treibhausgas-Emissionen wurden durch ein Klimaschutzprojekt in Brasilien ausgeglichen, das die VCS-Kriterien (Verified Carbon Standard) für den freiwilligen Emissionshandel erfüllt.

Damit ist Ellwanger das dritte Weingut in Deutschland, das eine Bilanz der klimaschädlichen Gase erstellt hat und die nicht vermeidbaren Emissionen in einem zertifizierten Projekt kompensiert hat. Vorreiter sind das nachhaltige Weingut Hormuth in der Pfalz und das Staatsweingut Meersburg.  Das Deutsche Institut für nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Heilbronn hat das Projekt „klimaneutraler Wein“ wissenschaftlich begleitet. Dem Weinliebhaber stehen ab sofort Remstaler Weine zur Verfügung, die aus kontrolliert nachhaltiger Produktion stammen und auch klimaneutral sind. Genuss und Verantwortung vereint in einem Glas.

Armin Gemmrich
Deutsches Institut für Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule Heilbronn DINE e.V.                         Max-Planck-Str. 39 74081 Heilbronn
Tel 07062 932037
E-Mail gemmrich@dine-heilbronn.de

Weingut Bernhard Ellwanger
Seit 1514 hegen und pflegen die Ellwangers ihre Reben in Großheppach.

1975 hatten Ingrid und Bernhard Ellwanger den Mut, ihren eigenen Betrieb zu gründen und den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Auch bei den Rebsorten ging man neue Wege. 1979 pflanzte Bernhard Ellwanger als erster im Remstal Muskat-Trollinger an. Auch Sauvignon blanc, 1997 gepflanzt, unterstrich die Vorreiterrolle. Der Rote Riesling ist eine Spezialität des Weinguts. Inzwischen haben Sven und Yvonne Ellwanger das Weingut ihrer Eltern übernommen. Die Ellwangers sind experimentierfreudig und neugierig. Als Mitglied der Winzergruppe ’Junges Schwaben’ tragen sie maßgeblich dazu bei, das Image Württembergs als aufgeschlossene und dynamische Weinbauregion zu verbessern. Zertifiziert nach Fair Choice, Wein aus kontrolliert nachhaltigem Anbau.

Das Familienweingut bewirtschaftet heute 32 ha. Tradition und Innovation – das ist die Basis
der Ellwangerschen Weine. Seit 1985 ist das Weingut Bernhard Ellwanger Ausbildungsbetrieb und vermittelt den jungen Auszubildenden die Kunst und den Spaß an der Weinerzeugung.
Weingut Bernhard Ellwanger I Rebenstraße 9 I D-71384 Weinstadt-Großheppach
www.weingut-ellwanger.com

Deutsches Institut für Nachhaltige Entwicklung, Hochschule Heilbronn DINE e.V.
Das Deutsche Institut für Nachhaltige Entwicklung DINE e.V. wurde 2009 an der Hochschule
Heilbronn von Professoren und Mitarbeitern gegründet mit dem Ziel, das Wissen über
Nachhaltigkeit von der Hochschule in die Praxis zu übertragen. Es hat die Aufgabe
übernommen, Forschung und Entwicklung im Bereich des nachhaltigen Wirtschaftens zu
betreiben und zu fördern. Das DINE steht Unternehmen, Organisationen und Institutionen
beratend zur Seite, die ihr Unternehmen im Dreiklang der ökonomischen, ökologischen und
soziokulturellen Nachhaltigkeit betreiben möchten. 2010 wurde FairChoice®, das erste
Nachhaltigkeitslabel für Wein entwickelt.
Deutsches Institut für Nachhaltige Entwicklung e.V. an der Hochschule Heilbronn I Max-
Planck-Str. 39 I D-74081 Heilbronn I Fon 07062-93 20 37 I E-Mail: info@dine-heilbronn.de
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